Verliebt in Småland: Warum wir nach nur einer Woche Bullerbü-Ferien tiefenentspannt sind

20170622_titel_Bullerbü-Ferien in Smaland_Schweden (c) Jäger des verlorenen Schmatzes

Småland ist ein Paradies für Outdoor-Fans und natürlich für kleine und große Astrid Lindgren-Anhänger. Wir sind nach nur einer Woche Familienurlaub total verliebt in die südschwedische Region.

Eine Woche Roadtrip – das klingt erst mal ganz schön kurz. Normalerweise reisen wir auf unserer Jagd nach verlorenen Schmätzen ja gerne extra langsam. Dieses Mal war das anders: Mit den Mädels der befreundeten Blogger-Familie Weltwunderer haben die kleine Co-Jägerin und ich eine Woche in einem Ferienhaus an einem schwedischen See verbracht und jede Menge Ausflüge kreuz und quer durch Småland unternommen. Obwohl das ziemlich viel Fahrerei bedeutete, hat uns Småland mit seinen rot-weißen Holzhäusern, seinen stillen Seen, Wäldern voller Blaubeerbüsche, knorriger Bäume und moosbewachsener Findlinge, mit seinen freundlichen Einwohnern und leeren Landstraßen, die uns zu unseren Ausflugszielen führten, völlig begeistert.

Bullerbü-Ferien in Smaland_Schweden_unser FerienhausDie Entspannung setzte eigentlich schon in dem Moment ein, als wir vor unserem Holzhäuschen anhielten, das auf einer Anhöhe mit Blick auf einen (UNSEREN!) See in der Mittsommer-Sonne da lag.

Bullerbü-Ferien in Smaland_Schweden_Ponies hinterm FerienhausDie Ponies der Nachbarn lugten über den Zaun und nachdem uns unser Vermieter willkommen geheißen hatte, schaute auch das Ehepaar von nebenan bei ihrem Spaziergang mit dem Hund kurz vorbei und begrüßte uns freundlich.

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Wenn im Park der Holunder blüht: Mach Limonade daraus! [MIT REZEPT]

Holunderblüten am Busch

Jedes Jahr, so etwa Anfang Juni, wünsche ich mir, fünf Meter groß zu sein. Oder ausfahrbare Stelzenbeine zu besitzen. Nur für einen einzigen Tag, das würde mir genügen. Mitte Mai etwa fangen nämlich die Holunderbäume an zu blühen, die in dem großen Park am Ende unserer Straße wachsen. Der Volksmund spricht ja vom „Hollerbusch“, aber die Exemplare bei uns sind schon äußerst groß gewachsene Büsche mit ziemlich langen Stämmen. Und gaaaaanz oben, wo die Sonne am kräftigsten draufscheint, sitzen riesige Blütendolden, dicht an dicht. Soweit ich das von hier unten erkennen kann, sind sie schwer von gelben Pollen.

Genau solche Blüten wollen die kleine Co-Jägerin und ich sammeln, um daraus Holunderblütensirup zu kochen. Je mehr Pollen, desto mehr Geschmack anschließend. Idealerweise sammelt man deshalb an einem sonnigen Tag, dem mindestens ein, zwei trockene Tage vorangegangen sind, und nimmt nur weit geöffnete Blüten, die stark duften. An die Dolden ganz da oben kommen wir leider nicht ran, aber im Grunde ist es natürlich gut, dass ein Teil für uns Sammler unerreichbar bleibt, denn wir wollen den Baum ja nicht ratzeputz ableeren. Und so schwirren wir wie zwei Bienchen von Baum zu Baum und legen – schnipp, schnapp, schnipp, schnapp – Blüte um Blüte in unsere mitgebrachte Tüte.

Die kleine Co-Jägerin ist mit Feuereifer bei der Sache und entdeckt die Holunderbäume, die sich gerne zwischen wucherndem Grünzeug und hinter Wänden aus Brennesseln verstecken, oft noch vor mir. „Ganz alleine!!!“ schneidet sie dann die Dolden ab. Zumindest solange mein Bizeps das mitmacht, denn auch sie hat leider keine ausfahrbaren Fünf-Meter-Beine, den Job müssen meine Arme übernehmen.

Wenn wir genug gesammelt haben, tragen wir unsere Beute nach Hause und machen Holunderblütensirup daraus. Und zwar so:

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Sizilien trifft Mexiko: Antonello’s Cevicheria & Streetfood in Berlin-Kreuzberg

Vegane Ceviche, die knallt!


Es ist noch gar nicht lange her, dass die Jäger des verlorenen Schmatzes zum allerersten Mal Ceviche probiert haben. Wir waren dermaßen geflasht von dieser Aromenbombe aus (beinahe) rohem Fisch, Limettensaft, Chili und Koriander, dass wir es gleich noch mal essen wollten. Aber natürlich nicht exakt dasselbe! Dass Bloggerkollegin Angela von unterwegsmitkind.de eine weitere Cevichería in Kreuzberg entdeckt hatte, kam da wie gerufen. Sofort waren wir uns einig, dass wir uns dort zum Mittagessen und Netzwerken treffen wollen.

Beim Betreten des Restaurants werden wir von Antonello wie alte Bekannte begrüßt und zum Tisch unserer Wahl begleitet. Ich mag das ja, wenn man sofort spürt, dass jemand liebt, was er tut. Aufmerksam ist der Service auch: Kurze Zeit später kommt er wieder an unseren Tisch, bringt einen Gruß aus der Küche mit (frittierte Hefeteigbällchen mit fruchtiger Tomatensauce zum Dippen) und hilft uns bei der Auswahl.

Das Restaurant ist in knalligen Farben kunterbunt gestrichen, was mich sofort an Frida Kahlo und Mexiko denken lässt. Das gigantische Totenkopf-Mosaik an der Wand scheint mir Recht zu geben. Und tatsächlich: Beim Blick in die Karte sehe ich, dass es Ceviche à la Mexicana gibt. Nanu? Bis dahin dachte ich, es handele sich dabei um das peruanische Nationalgericht. „Aber es gibt doch auch in Mexiko frischen Fisch!“, erklärt uns unser Gastgeber lachend. Angela erzählt mir später, dass sie auf ihrem Südamerika-Trip auch in Ecuador Ceviche probiert hat, und zwar im ‚Tal der Hundertjährigen‘: „Mein erster Gedanke war damals: Mit diesem Essen kann man locker 100 Jahre alt werden.“

Zweite Überraschung: Die Hälfte der Karte besteht aus sizilianischem Streetfood.

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Geschmacksexperiment an den Hamburger Landungsbrücken: Einmal Labskaus in der Tourifalle, büdde!

Labskaus im Blockbräu an den Hamburger Landungsbrücken

Bloggerkollegin Angela von unterwegsmitkind.com hat in Hamburg ein kulinarisches Experiment gewagt: Sie ist in einer vermeintlichen Tourifalle essen gegangen und hat den norddeutschen Klassiker Labskaus (wer’s nicht kennt: Kartoffel-Rote Bete-Pürree mit Spiegelei, saurer Gurke und Hering) probiert. Ihr Fazit: Super! Im Gastbeitrag erzählt sie uns mehr.

Um manche Restaurants mache ich lieber einen Bogen. Das gilt vor allem, wenn sie direkt an touristischen Hotspots liegen (außer mein Sohn bekommt genau da eine unabwendbare Heißhungerattacke). So wäre ich auch nie und nimmer ins Blockbräu an den Hamburger Landungsbrücken gegangen. Das sieht von außen nämlich aus wie die klassische Touristenfalle: prominente Lage direkt am berühmten Pegelturm, aufdringliche Leuchtreklame und riesengroß.

Entsprechend überrascht war ich, als mir ein Hamburger Freund genau dieses Restaurant zum gemeinsamen Abendessen vorschlug. Weil es aber nah an unserer Unterkunft lag und ich nach einem späten Essen mein müdes Kind möglichst schnell ins Bett bringen wollte, nahm ich den Vorschlag an. Schließlich hat der Freund aus Hamburg im Allgemeinen einen guten Geschmack.

Als wir den riesigen Gastraum betreten, begrüßt uns Bierzeltatmosphäre à la Münchner Hofbräuhaus. Sofort meldet sich meine Skepsis wieder. Sogar bayrische Volksmusik live gibt es an diesem Abend. Im Erdgeschoss stehen Eichentische und Bänke ohne Lehne. Über eine breite Treppe geht es nach oben auf eine Galerie. Als ich entdecke, dass das Blockbräu sein eigenes Bier braut, bin ich schon etwas milder gestimmt.

20170425_Labskaus an den Hamburger Landungsbrücken Sudkessel Blockbräu (c) unterwegsmitkind.com

Dicker Pluspunkt: Frisch gebrautes, frisch gezapftes Bier

Das Sudhaus ziert mit zwei großen Kesseln die Galerie. Unten im Gastraum stehen zusätzlich vier riesige Edelstahl-Tanks für den Ausschank. Natürlich wollen wir das selbstgebraute Bier probieren. Ich entscheide mich für das saisonale Bier, ein Pale Ale, das hell und trüb im 0,25-Liter-Glas daher kommt. Es schmeckt leicht, etwas fruchtig und trotz der Trübe nur wenig gärig – genau wie ich es mag.

Wesentlich schwerer fällt mir die Entscheidung beim Essen. Weiterlesen

Kulinarisches Souvenir: Blitz-Rezept für himmlisch gutes Baba Ghanoush

Baba Ganouche mit auf der offenen Flamme gerösteter Aubergine


Seit meinem Israel-Trip weiß ich, dass frisches, lauwarmes Hummus mit Fladenbrot eine ganze Mahlzeit sind. Das gleiche gilt für Baba Ghanoush! Mit diesem Trick macht ihr himmlisch gute Auberginenpaste blitzschnell selbst.

Oft ist es ja leider so, dass das Essen, was man auf Reisen kennengelernt hat, zuhause einfach anders schmeckt. Auch wenn man sich genau DEN Tee mitgebracht oder DAS Rezept haarklein aufgeschrieben hat. Ist uns leider auch schon hundertmal passiert.

Und heute dann das: Mittagszeit. Hunger gehabt. Aubergine im Kühlschrank entdeckt. Spontan beschlossen: Jetzt probier ich endlich die Kochmethode meines Couchsurfing-Gastgebers Uri aus! Zehn Minuten später, laut „mmmmmmmmh! MMMMMMMMMMHHHHH!!“ brummend, ein unfassbar gutes, noch lauwarmes Baba Ghanoush gegessen.

Alles, was ihr für diese Methode braucht, ist ein Gasherd bzw. eine Kochgelegenheit mit offener Flamme. Ein Backofen genügt leider nicht. Gegrillte Aubergine ist zwar auch sehr lecker, aber glaubt mir: Der Geschmack ist nicht derselbe! Außerdem idealerweise einen Pürrierstab. Eine Gabel tut’s ansonsten aber auch.

Und so geht’s:   Weiterlesen